In der Kapelle des Pflegeheims Heim am Hachel informierten sich Karl Hartmann und Dr. Konrad Maier, Vorstände der Stiftung Otto und Ursula Meixner, gemeinsam mit Dekanin Christiane Quincke über die Arbeit von Burghardt Kayßer:
"Du bist wichtig, du bist wahrgenommen"
Burghardt Kayßer ist in den Häusern Heim am Hachel, Paul-Gerhardt-Seniorenzentrum, Haus Maihälden und im Hospiz als Seelsorger für Bewohner, Mitarbeitende und Angehörige da.
Die Meixner-Stiftung unterstützte die Finanzierung der Stelle drei Jahre lang mit jeweils 10.000 Euro. „Die Stelle ist uns wichtig: für die Menschen da zu sein, ist eine unserer Kernaufgaben“, sagt Christiane Quincke im Gespräch. Die Einrichtungen selbst finanzieren einen Großteil der Stelle, den Rest übernimmt die Evang. Kirche in Pforzheim. In der Situation der Haushaltskonsolidierung wird es jedoch immer schwieriger, solche zusätzlichen Stellen dauerhaft zu finanzieren. „Deshalb sind wir dankbar, dass die Meixner-Stiftung uns so großzügig unterstützt, das hilft uns sehr.“
Burghardt Kayßer ist jeweils einen Tag pro Woche in den Häusern unterwegs: in den Zimmern und auf den Fluren kommt er mit den Bewohnern, Mitarbeitenden und Angehörigen ins Gespräch und begleitet Sterbende.
Präsenz und Kontinuität ist für seine Arbeit wichtig. „Wenn ich von außen nur kurz in die Häuser käme, wären es kaum möglich die Beziehungen so zu pflegen. Die Mitarbeitenden wissen: ich bin da und ansprechbar.“
Bei den Gottesdiensten, die er mittwochs und sonntags in den Häusern feiert merkt er besonders deutlich: „von den Leitungen ist meine Arbeit hier gewollt, ich bekomme viel Unterstützung.“ Wer den Gottesdienst besuchen will, aber den Weg zur Kapelle nicht alleine schafft wird von Mitarbeitenden begleitet. Mangelnde Mobilität, Schwierigkeiten sich im Haus zu orientieren, oder die Unsicherheit „wie komme ich zurück?“ macht es manchem Bewohner schwer sich alleine auf den Weg zu machen. Die Mitarbeitenden geben Sicherheit. Den Verantwortlichen der Häuser stellen dafür Kapazitäten zur Verfügung. Aus Erfahrungen in anderen Häusern weiß Burghardt Kayßer: in Zeiten des Personalmangels alles andere als selbstverständlich.
Die Arbeit von Burghardt Kayßer ist bei aller Routine und Kontinuität vielfältig: Mitarbeitende, Angehörige, unterschiedliche Bewohner, für jeden ist etwas Anderes wichtig. So schildert er die Begegnung mit dementen Bewohnern: „Das Verstehen ist nicht immer da. Aber sie spüren, da ist eine vertraute Person. Da ist das Begrüßen und Verabschieden manchmal wichtiger als alles andere. Ein freundlich zugewandtes Gesicht und vertraute Rituale zeigen: Du bist wichtig. Du bist wahrgenommen.“
Dr. Konrad Maier und Karl Hartmann freuen sich, dass ihre Unterstützung echten Mehrwert hervorbringt. Die Stiftung fördert v.a. Maßnahmen, die ohne die Stiftungsgelder nicht durchgeführt werden könnten, weil sie nicht durch öffentliche Gelder gefördert werden. Im Gespräch erzählen die beiden, wie die Stiftung entstand: Otto Meixner betrieb eine Drogerie, Ursula Meixner eine Apotheke. In einer Zeit, in der die Arbeit in den Heimen noch ganz anders aussah als heute, sagte Otto Meixner „ich seh das Elend in den Heimen. Ich möchte etwas tun.“ Ursula Meixner schockierte der Contergan-Skandal: eine Arznei die helfen sollte, brachte Elend. 1972 verlor das Ehepaar ihren einzigen Sohn. Sie wollten ihr Vermögen sinnvoll einsetzen, die Idee einer Stiftung entstand. Aus ihren Erfahrungen entstanden die Förderschwerpunkte der Stiftung: Verbesserung der Lebensbedingungen und Ausbildungsmöglichkeiten geistig und körperlich behinderter Personen, Fördermaßnahmen auf dem Gebiet der Altenpflege und Altenbetreuung und Unterstützung Kranker, Pflegebedürftiger und Notleidender. „Wir haben unser Vermögen mit den Pforzheimern gemacht. Wir wollen ihnen das zurückgeben“ – die Stiftung unterstützt ausschließlich Projekte in Pforzheim und dem Enzkreis.
Bei der Entscheidung welche Maßnahmen sie fördern lässt sich der Vorstand v.a. durch eine Frage leiten: „Was hätte das Ehepaar Meixner gewollt?“
Dekanin Christiane Quincke und Seelsorger Burghardt Kayßer freuen sich, dass sich die beiden Vorstände der Stiftung die Zeit nehmen, um sich über die Arbeit zu informieren.
Ein Gespräch mit spannenden Einblicken in die Arbeit der Otto und Ursula Meixner Stiftung und spannende Einblicke in die Arbeit des Seelsorgers Burghardt Kayßer.
Übrigens: Die Stadtsynode hat beschlossen 2019 als bezirkliches Projekt des Freiwilligen Gemeindebeitrags der Mitfinanzierung dieser Stelle zu benennen. Die Arbeit, die Burghardt Kayßer hier macht ist wichtig, die Träger der Einrichtungen tragen viel zum Gelingen der Arbeit bei. Stadtkirchenrat und Synode werden weiter Unterstützungsmöglichkeiten suchen, um diese Arbeit langfristig zu ermöglichen.
