Wohnen im ehemaligen Gemeindehaus

- 25.07.2019 - 

"Ich war fremd und ihr habt mich bei euch aufgenommen" (Mt 25,35b). Diesen Vers haben wir wörtlich genommen und das ehemalige Gemeindehaus an der Altstadtkirche in Wohnungen für Flüchtlinge umgebaut.

In dieser Woche sind noch ziemlich viele Handwerker hier, aber nächste Woche ziehen die ersten Mieter ein: der Umbau des ehemaligen Gemeindehauses zu Wohnungen ist (fast) abgeschlossen.
Heute konnte die Baustelle von Synodalen und Pressevertretern besichtigt werden: Corinna Wahr (Baubteilung EKV), Frank Burghardt (Leiter EKV), Christiane Quincke (Dekanin) und Stephan Däfler (Architekt, Architekturbüro db3) führten durch das Gebäude.
Vor der Tür heiß, im Gebäude laute Bauarbeiten - auf den Balkonen im Innenhof war Platz für Erklärungen:
Die Evang. Kirche in Pforzheim reduziert seit einigen Jahren Gemeindehausflächen. An allen Standorten wird geprüft, wie eine sinnvolle Nachnutzung aussehen könnte. In Pforzheim wird gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum benötigt. Deshalb liegt es nahe auf  Grundstücken Wohnungen zu errrichten. Gemeinsam unsere Gesellschaft gestalten bedeutet auch: nicht nur darauf zu warten, dass "der Staat", "die Verantwortlichen" handeln, sondern jede*r Einzelne ist dazu aufgefordert an den Stellen an denen es möglich ist mit zu gestalten. Bei diesem Projekt kam die Förderung des Landes, das Engagement der Evang. Kirche und die Bereitschaft der Stadt das Projekt auf dieser Fläche zu ermöglichen zusammen:
Das Programmes der L-Bank „Wohnraum für Flüchtlinge“ hat geholfen die finanzielle Seite das Projektes zu stemmen: von den 1,7 Mio € Kosten für den Umbau wurden 480.000 € durch diese vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung gestellten Fördermitteln übernommen. Architekt Stephan Däfler ist es gelungen eine finanzielle Punktlandung zu schaffen. Begleitet wurde das Projekt außerdem von der Bauabteilung der Kirchenverwaltung.
So war es möglich in das Gebäude 7 Wohnungen für ca. 36 Personen einzubauen, die nun für Anschlussunterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stehen.
Wer das Gemeindehaus mit Saal noch kennt, dem wird dieser Aufgang bekannt vorkommen.
Deshalb sind die beiden barrierefreien Wohnungen im EG untergebracht.
Die beiden zur Straße rausgehenden Fassaden mussten von außen unangetastet bleiben. Das bietet von innen interessante Fensterkombinationen:
 
In den Flurbereichen kommen die erhaltenen kleinen Fensterflächen besonders gut zur Geltung - im Treppenhaus zur Zeit noch Baustelle:
 
Ein Blick ins Innere der Wohnungen:
Die Altstadtkirche liegt in unmittelbarer Nachbarschaft. Mit dem Schwerpunkt Diakoniekirche mit Café Himmelreich kann es hier gemeinsame Projekte mit den neuen Mietern geben. Zur Zeit wird geprüft, ob im Nachbargebäude ein Diakoniepunkt eingerichtet werden kann.
 
Auch an anderen Standorten bisheriger Gemeindehäuser wird über die Errichtung von Wohnungen nachgedacht, z.B. auch Kombinationen von studentischem oder Mehrgenerationenwohnen mit Kita.  Diese Pläne umzusetzen ist nicht immer unkompliziert möglich, da die Gemeindehausflächen im Flächennutzungsplan i.d.R. nicht als Wohnfläche, sondern als Fläche für "Gemeinbedarf" definiert sind.
Umso mehr freuen wir uns, dass am Standort Gemeindehaus Altstadt eine sinnvolle Nachnutzung nun Realität geworden ist.