"Er wird eine große Lücke hinterlassen"

- 12.12.2019 - 

Am Mittwoch ist Schuldekan i.R. Dr. Gerhard Heinzmann verstorben.
Nach seinem Theologiestudium 1962-1967 in Tübingen, Mainz und Heidelberg, und dem Lehrvikariat in Marzell kam er 1969 als Religionslehrer nach Pforzheim an das Fritz-Erler-Gymnasium. Nebenamtlich begleitete er die Studierendengemeinde in den Räumen des Schloßbergzentrums
Ab 1978 war er auch Studienleiter am Religionspädagogischen Institut. Ab 1984 war Gerhard Heinzmann Bezirksdiakoniepfarrer und von 1990 bis 2007 war er als Schuldekan für den Bereich in unserem Kirchenbezirk zuständig.

 Schuldekanin Katharina Vetter hat Gerhard Heinzmann „als vielfältig engagierten Menschen kennengelernt. Christ zu sein lebte er vor allem im Dialog: als Lehrer mit seinen Schülerinnen und Schülern, als Prediger und Vakanzvertreter mit vielen Gemeindegliedern, als Gesprächspartner mit Menschen aller Religionen in unserer Stadt. Als "Grandseigneur" ließ er Menschen allen Alters an der Art von Bildung teilhaben, die ihn selbst zu dem gebildet hat, als den wir ihn jetzt sehr vermissen. Die Lücke, die er hinterlässt, ist groß."
Auch in seinem Ruhestand, war er weiter auf vielfältige Weise für Pforzheim und die Evang. Kirche engagiert.
Das Thema Bildung war ihm weit über seinen Dienstauftrag an Schulen hinaus ein Herzensanliegen: für Menschen, die die biblischen Texte des Alten Testamentes im Original lesen wollten, bot er lange Jahre Hebräisch-Kurse an. Als evangelischer Theologe war es ihm wichtig, dass alle Christinnen und Christen im Glauben sprachfähig werden, so begleitete er die Gruppe von Ehrenamtlichen, die in der Sonnenhofgemeinde (inzwischen Philippus-Gemeinde) die wöchentlichen Andachten „Samstag um 7“ gestalteten.
1984 gründete er den christlich-jüdischen Gesprächskreis, der bis heute neben Gesprächen mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde v.a. auch Workshops und Vorträge organisiert.
Gerhard Heinzmann war davon überzeugt, dass gerade in der Reuchlin-Stadt Pforzheim der Dialog zwischen den Religionen wichtig ist und aktiv gestaltet werden muss: gegenseitiges Kennenlernen, Wissen über die eigene Religion und die der anderen.
So ist auch die „Woche der Brüderlichkeit“ in Pforzheim untrennbar mit dem Namen Gerhard Heinzmann verbunden.

Das gemeinsame Engagement von Kommune und Kirche bei gesellschaftlichen Aufgaben war ihm ebenfalls wichtig: bei den jährlichen Gesprächsrunden von „Kommune und Kirche“ sagte er als Vorsitzender des Diakonieausschusses 1980 einen Satz, der auch heute noch aktuell ist: „Um Kirche und Kommunalpolitik muss es helle sein. Die Menschen wollen sich in ihrer Stadt oder Gemeinde wohlfühlen und wollen mit Gemeinschaft rechnen.“
2016 wurde ihm „für sein anhaltendes und umfassendes Engagement für den christlich-jüdischen Dialog, sowie seinen persönlichen Einsatz in der Reuchlingesellschaft Pforzheim“ die Bürgermedaille von Oberbürgermeister Gert Hager verliehen.
Dekanin Christiane Quincke ist „dankbar für den Segen, den Gerhard Heinzmann mit seinem Wirken den Menschen in der Evangelischen Kirche und in der Stadt Pforzheim gebracht hat. Wir sprechen seiner Familie unser herzliches Beileid aus. Wir laden zur Trauerfeier am 23. Dezember um 11.00 Uhr in der Auferstehungskirche ein.“