Wenn der Boden schwankt

An unseren Schulen wird viel gelacht - beim Erfahrungsaustausch bei der diesjährigen ökumenischen religionspädagogischen Jahrestagung am 18.02. zum Thema "Umgang mit Leid und Trauer in der Schule" zeigte sich ganz schnell: auch der Tod und die Trauer sind häufiger präsent, als uns im Alltag bewusst ist:

Zu Beginn der Tagung erzählten Menschen aus den unterschiedlichen Arbeitsfeldern von ihren Erfahrungen mit dem Tod an ihrer Schule: eine Mutter, die kommt um ihr Kind abzumelden, weil es gestorben ist, Jugendliche, die erfahren haben, dass ein Mitschüler Suizid begangen hat, ein junger sportlicher Lehrerkollege, der unerwartet und plötzlich stirbt. Fassungslosigkeit, Trauer, Entsetzen, Wut, Hilflosigkeit - die hereinbrechenden Gefühle berühren existentiell. Eine "richtige Vorbereitung" kann es darauf nie geben. Trotzdem ist es hilfreich sich mit dem was da kommen kann zu beschäftigen, bevor es unerwartet kommt - und es kommt meist unerwartet.
Neben den ganz praktischen Erfahrungen gab es Hintergrundwissen: theologische, soziologische, entwicklungspsychologische Erkenntnisse, die helfen Erfahrungen einzuordnen.
Ein Referat von Prof. Dr. Sabine Pemsel-Maier von der Pädagogischen Hochschule in Freiburg spannte den Bogen von Menschlichen Sehnsüchten "Was kann ich hoffen" über die im christlichen Glauben durch die Auferstehung Jesu begründete Hoffnung zu den biblischen Hoffnungsbildern beim Thema Tod.
Auch das Thema Tod gehört zum Bildungsauftrag an den Schulen, so gibt es auf der Inhalts- und Sachebene Nachdenken über Tod und Endlichkeit, Denkanstöße und unterschiedliche Antworten unterschiedlicher Religionen und Philosophien. In einer akuten Krise tritt diese Sach- und Inhaltsebene jedoch in den Hintergrund, hier geht es um Zuwendung und Beistand.
In den anschließenden Workshops wurden diese verschiedenen Aspekte vertieft: "Kinder und die großen Fragen" - wie gelingt es mit Kindern über diese Themen zu reden?
Trauerkoffer in der Schule: Kerzen, Papier, Stifte, Bildkarten, Texte: was ist hilfreich, wenn man Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten will?
Schülerinnen und Schüler, die den Tod einer nahen Bezugsperson miterleben brauchen besondere Zuwendung: wie können wir diese in der Schule gestalten?
Von Erfahrungen lernen aus Schulen, deren Kinder lebensverkürzende Erkrankungen und Behinderungen haben, bei denen schon im Vorfeld eines Todesfalls die Begleitung wichtiger Bestandteil der "Schulkultur" ist.
Welche medialen Möglichkeiten gibt es das Thema Tod im Religionsunterricht anschaulich und sensibel aufzugreifen?
 
Lachen und Weinen gehört zu unserem Leben. Lachen und Weinen gibt es an unseren Schulen und auch bei dieser Fortbildung gab es Lachen und Weinen. Wenn der Boden schwankt... müssen wir nicht alles alleine können. Es gibt Hilfe und Begleitung und es ist gut und richtig sich diese Hilfe und Begleitung zu holen, wir müssen nicht alleine "da durch", es ist normal, dass wir als Menschen helfen und uns helfen lassen.
 
Telefonnummer der Telefonseelsorge: 0800-111 0 111 oder 0800 - 111 0 222