Gesamtkunstwerk – berührend – bewegend – erschütternd: die Besucher*innen können kaum in Worte fassen, was das Konzert in ihnen auslöst.
Ein großes Projekt – in vielfacher Hinsicht: Das Kulturamt Pforzheim ist Veranstalter des Großprojektes, in Kooperation mit dem Evang. Stadt- und Bezirkskantorat Pforzheim:
Rolf Schweizer: Requiem für Lebende und Tote
Auch mit Blick auf die Musiker*innen ist es ein großes Projekt: das Südwestdeutsche Kammerorchester, das erweiterte Bachorchester und Evelin Grizfeld an der Orgel.
Jörg Bruckschen und Joanne Gläsel lesen die Texte des Requiem: Stimmen der Toten, Schilderung der Bombennacht, biblische Texte.
Bei der Einführung für Schulklassen erzählt Heike Hastedt von ihrem Telefonat mit Frohmut Schweizer: ein eindrücklicher Chortext stammt von ihr – sie lebte als Kind in Mannheim, eine ebenfalls schwer getroffene Stadt. „Wir brennen, wir brennen und werden zermahlen. Kein Atem, kein Leben im flammenden Gas, von Schmerzen zerfressen, von Bomben zersplittert, sind heillos zerstört wir an Körper und Geist. Herr hilf uns gepeinigten Menschen und rett uns aus qualvollem Tod.“
„Nur wenige Städte haben das Privileg ein „Requiem für Tote und Lebende“ ihr Eigen nennen zu können. Das Werk übersteigt die Dimension bloßen Erinnerns. (…) es ist auch Mahnung und Verpflichtung zu Versöhnung und Frieden“ – so Heike Hastedt in ihrer Einführung.
In seinem Grußwort schreibt Oberbürgermeister Peter Boch: „Rolf Schweizer hat uns mit seinem Werk eine eindringliche Botschaft hinterlassen. Am 75. Gedenktag blicken wir zurück auf das, was geschehen ist, wir erinnern uns und gedenken der Opfer des Krieges. Wir schauen aber auch auf heute, auf 75 Jahre Frieden, für dessen Erhalt wir uns tagtäglich einsetzen sollten!“
„Dies irae – Tag des Schreckens – diese apokalyptische, frühmittelalterliche Vision wurde vor 75 Jahren für unsere Stadt zur furchtbaren Wirklichkeit! Am 23. Februar 1945 kündigte um 19.48 Uhr der Funk über Pforzheim eine Luftgefahr an. Zu diesem Zeitpunkt kreiste bereits eine Mosquito über der Stadt und gab dem anfliegenden Bomberverband den Einsatzbefehl.“
„Herr hilf uns, das Feuer, das Feuer ergreift uns, es stürzt unsre Häuser und frisst alles auf. Kein Halt mehr, kein Rückzug in schützende Mauern. Bedroht sind wir selbst und was Schutz für uns war. Wir fallen ins bodenlose Leere und stammeln erstickte Gebete hervor.“
„In dieser Stunde soll der Toten des Angriffs vom 23. Februar 1945 gedacht werden. Ihr grauenvolles Ende soll den Überlebenden und Nachgeborenen Mahnung und Verpflichtung zur Versöhnung und zum Frieden sein!“













