Multireligiöse Feier - live im SWR

- 20.05.2020 - 

Gemeinsam spontan aktiv werden, das ist für den Rat der Religionen nicht neu, eine Live-Sendung ist für die meisten Beteiligten dann doch eine neue Erfahrung.

Und eine multireligiöse Feier ist auch für den SWR in der Live-Übertragung neu. So gab es beim Vorbereitungstreffen am Dienstagabend viele Fragen. Bis Samstagabend entsteht aus den Ideen, die gestern gemeinsam entwickelt wurden, ein Drehbuch für die Sendung am Sonntag, die ab 10.15 Uhr im SWR und BR ausgestrahlt wird.
Menschen aus 7 verschiedene Religionsgemeinschaften werden beteiligt sein: alevitische Gemeinde, Ahmadiyya-Gemeinde, Fatih-Moschee, Jüdische Gemeinde, yezidische Gemeinschaft, evangelische und katholische Kirche.
Was verbindet uns? Was sind unsere gemeinsamen Anliegen? Warum ist es uns wichtig uns für die Gesellschaft in der wir leben zu engagieren? Wie haben wir Solidarität erlebt?
Gegenseitige Besuche sind für die Mitglieder im Rat der Religionen inzwischen Normalität. Gemeinsam auf dem Marktplatz stehen und für die Stadt beten, auch da gibt es Erfahrungen. Aber eine gemeinsame Veranstaltung, wie geht das? Gibt es ein Gebet, das alle gemeinsam beten können? Welche Bedeutung hat das Tragen von Gewändern innerhalb der einzelnen Religionen? Können wir Texte aus den heiligen Büchern zu einem gemeinsamen Thema vorlesen? Welche Gebetsgesten sind "typisch" für die einzelnen Religionsgemeinschaften? Unter welchen Symbolen können sich die Beteiligten wiederfinden?
In dem dreistündigen Vorbereitungsgespräch wurde einmal mehr deutlich: "die" christliche, "die" jüdisch" oder "die" islamische Religion gibt es nicht: das Ende des Ramadan ist nicht für alle muslimischen Gemeinden am Sonntag und nicht alle Muslime fasten im Ramadan, es gibt auch andere Fastenzeiten. Nicht alle im Rat der Religionen vertretenen Religionen haben ein "heiliges Buch", das Kreuzzeichen, das als typisch christlich gilt, wird in der evangelischen Kirche selten von einzelnen Gläubigen praktiziert, sondern eher von Liturg*innen nach dem Segen,...,...
Die Ziele des Rates der Religionen
  • "Die Kontakte und die Vernetzung der Religionen untereinander stärken
  • gegenseitiges Verständnis unter den in Pforzheimv ertretenden Religionen fördern
  • aus dem Dialog heraus Akzente setzen, beispielsweise bei der Gestaltung des 23. Februar oder anderer Anlässe, bei denen wir es für wichtig erachten gemeinsame Anliegen zu vertreten, bzw. einen Dienst für den friedvollen Umgang in dieser Stadt zu leisten"
werden jedenfalls auch "auf Abstand" weiter gemeinsam mit Leben gefüllt, wir sind gespannt, was sich aus den ersten Ideen gestern bis Sonntag entwickelt.