Herzlichen Glückwunsch und Vielen Dank!

- 21.10.2020 - 

Roland Ganninger ist in Pforzheim v.a. für seinen Einsatz für Versöhnung bekannt, sein ehrenamtliches Engagement ist aber nicht auf diesen Bereich beschränkt. Justiz- und Europaminister Guido Wolf überreichte Roland Ganninger die Staufermedallie. Wir freuen uns mit ihm über diese Auszeichnung und danken für sein vielfältiges jahrelanges Engagement! Dekanin Christiane Quincke schrieb in ihrer Stellungnahme zur Verleihung der Staufermedallie:

„Das Jahrzehntelange Engagement von Roland Ganninger geht weit über den Rahmen normaler ehrenamtlicher Tätigkeit hinaus. (…). Seine Versöhnungs- und Friedensarbeit hat in Pforzheim und weit über Pforzheim hinaus große Spuren hinterlassen und nachhaltig zu einer Kultur der Verständigung zwischen den Völkern und zugleich zwischen den Generationen geführt. Mit Hilfe von Aufklärung, Begegnungen und symbolischen Aktionen sorgte er unermüdlich dafür, dass Frieden und Versöhnung konkret erfahrbar wurden für jung und alt.
Die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Familiengeschichte führte zu seinem Herzensanliegen, gerade der jüngeren Generation den Frieden nahezubringen. Für ihn war und ist der Frieden keine Selbstverständlichkeit, sondern muss immer wieder geschützt und gepflegt werden. Dem galt jahrzehntelang seine intensive Aufmerksamkeit und es gelang ihm vernetzend und kooperierend faszinierende Projekte zu initiieren und mit Leben zu füllen.
Exemplarisch nenne ich folgende Projekte und Entwicklungen:
-Er war mitverantwortlich für Konzeption und Organisation der Friedenskette zum 60. Jahrestag der Bombardierung. Der Erfolg dieser Friedenskette ermutigte viele Pforzheimer und Pforzheimerinnen, den Gedenktag der Zerstörung mehr und mehr als Tag des Friedens zu verstehen und sich aktiv einzusetzen gegen jegliche Instrumentalisierung dieses Gedenktages insbesondere durch Rechtsextreme
-Jahrelang wirkte er im Arbeitskreis 23.2. des Kulturamts der Stadt Pforzheim mit - hier insbesondere der Fokus auf die Frage, wie jüngere Menschen in die Gedenkkultur einbezogen werden können. Auf besondere Weise unterstützte er das „Riesenpuzzleprojekt“ (hier war er zuständig für Konzeption und Leitung von Konfirmanden-Projekten zum Riesenpuzzle mit 16-teiligen Themenbildern)
-Er baute die Nagelkreuzarbeit an der Stadtkirche auf (Gründung des Nagelkreuzzentrums Pforzheim an der Stadtkirche im Jahr 2005, monatliche Gebete, Kontaktpflege zu anderen Nagelkreuzgemeinschaften, regelmäßige Bildungs- und Gesprächsabende u.v.m.) und sorgte so dafür, dass das Thema „Versöhnung“ einen festen Platz in Pforzheim hat.
-Dank seines Engagements ist die Nagelkreuzarbeit weit über die Stadtkirche hinaus regional und international verankert (z.B. Wandernagelkreuz, Puzzle/Kunstprojekte, Jugendreisen, Zusammenarbeit mit Schulen, jahrelange Gottesdienstreihe "Kunst und Kirche" zu Versöhnungsthemen). Hier sei besonders die Verknüpfung mit der Jugendarbeit genannt sowie mit der Kirchenmusik.
-In der Stadtkirchengemeinde selbst war er jahrzehntelang ehrenamtlich tätig, u.a. als Vorsitzender des Ältestenkreises (Leitungsgremium) mind. 18 Jahre lang
-Die Kerzenküche als Ort der Begegnung und Herstellung von „Versöhnungskerzen" wurde von ihm initiiert und bis heute durchgeführt.
-Die kirchenmusikalische Arbeit an der Stadtkirche mit ihrer überregionalen Strahlkraft wurde und wird von ihm maßgeblich gefördert.
(…) Gerade auch die Evangelische Kirche ist ihm für seine Verdienste in der kirchlichen, kirchenmusikalischen und besonders in der Friedens- und Versöhnungsarbeit über die Maßen dankbar!“