Wir trauern um Ralf Fuhrmann

- 27.11.2020 - 

Viele Jahre war er Mitglied der Stadtsynode und Vorsitzender des Ältestenkreises der Gemeinde an der Christuskirche. Mit Ralf Fuhrmann haben wir einen besonderen Menschen verloren. Sein Tod erschüttert uns zutiefst und wir trauen sehr um einen warmherzigen und lebensfrohen Christen.

Sein vielfältiges Engagement in seiner evangelischen Kirche und in der Gesellschaft der Stadt wird uns sehr fehlen.
Er verfügte über eine rasche Auffassungsgabe, einen scharfen Verstand und die erforderliche Distanz und Nüchternheit gepaart mit großem Einfühlungsvermögen. Er war stets den Menschen zugewandt.
Er blieb freundlich, standhaft und beherrscht in Auseinandersetzungen. Er zeigte sich zum Gespräch bereit auch noch über tiefe Gräben hinweg. Oft konnte er so unkonventionelle Ideen und Lösungsvorschläge einbringen.
Not und Elend anderer stießen ihn nicht ab und ließen ihn nicht kalt. Er suchte auch nach kleinen und realistischen Möglichkeiten zur Hilfe. Sein Engagement für die Schwachen in unserer Gesellschaft werden wir sehr vermissen.
Außer in vielen Gremien engagierte sich Ralf Fuhrmann für Integration und gegen Ausgrenzung und trat laut und klar gegen Rechtsextremismus ein. Bei Kundgebungen und Demonstrationen sah man ihn schreiten Seit an Seit in der ersten Reihe hinter dem Transparent. Bis hin zum Körperlichen war er bereit zum passiven Widerstand, mal verdeckte er mit breitem Kreuz Parolen, mal kassierte er blaue Flecke.
Erhebliches Aufsehen und kontroverse Diskussionen erregte die kirchliche Trauung mit Timur Piontek im Mai 2015. Sie war ein weiterer Anstoß zur Klärung innerhalb der Badischen Landeskirche, die dann bald auch in diesem Bereich die abschließende rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare nach sich zog.
Seit vielen Jahren engagierte er sich bei der Aids-Hilfe Pforzheim e.V. und als Arzt bei der Vesperkirche Pforzheim. Mit Freude schwang er bei offenen Mittagen die Schöpfkelle bei der Essensausgabe, grillte bei Festen, klönte, lachte und spülte wohl nicht nur in seiner Gemeinde bis spät in die Nacht.
Wir haben Feste gefeiert, herzhaft gestritten, gelacht und geschimpft, demonstriert und gebetet. So viele Menschen haben während der Erkrankung gebetet und gute Wünsche geschickt - dafür sind wir dankbar. Und wir sind überzeugt, dass er nun umgeben ist von Gottes Liebe und Frieden. Er fehlt uns. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Zeiten des Abschieds bei seinem Ehemann und seiner Familie.
Gemeinde an der Christuskirche: Thomas Müller, Pfarrer
Evangelische Stadtsynode Pforzheim: Dietrich Pilz, Vorsitzender
Evangelische Kirche in Pforzheim: Christiane Quincke, Dekanin