Diakoniestation - auch in Coronazeiten für Menschen da

- 14.04.2021 - 

Das Thema Pflege hat im letzten Jahr deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen, als in den Jahren zuvor: die Arbeit in den Pflegeheimen und in den Krankenhäusern wurde als "systemrelevant" erkannt. Von mobiler Pflege war nicht ganz so viel zu hören, aber gerade auch hier werden viele Menschen gepflegt und begleitet. Birgit Grammel, Geschäftsführerin der Diakoniestation und Karin Bäuerle Goldberg (Pflegedienstleitung) berichten von ihrer Arbeit und wie sie durch Corona verändert wurde:

Pflegedienstleitung Karin Bäuerle-Goldberg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung Frank Burghardt freuen sich, dass Birgit Grammel, als langjährige Mitarbeiterin der Diakoniestation nun die Geschäftsführung übernimmt.
Pandemie ist und war für die Mitarbeitenden und Patientent*innen eine extrem herausfordernde Situation.
Je nach familiärer Situation hat die Isolation für Patient*innen stark zugenommen. Auch die Angst vor jeglichen Kontakten hat spürbar zugenommen.
Die Mitarbeiter, haben weiterhin eine Vielzahl an Kontakten (Patient*innen, Angehörige) auf der anderen Seite müssen Sie auf wichtige Kontakte verzichten (z.B. Teamsitzungen, gemeinsamer Austausch mit Kolleg*innen).
Durch das schnelle und umsichtige Handeln unserer Pflegedienstleitung im letzten Frühjahr konnten wir gewährleisten unsere Patient*innen stets sicher zu versorgen und verantwortungsvoll zu betreuen. Z.B. wurden Touren aufwendig umgestellt um Kontakte zu reduzieren.
Die Materialbeschaffung (Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel) war am Anfang der Pandemie äußerst anstrengend, erst die letzten Wochen ist hier eine Entspannung zu spüren.
Aber es gab anfangs auch eine große Unterstützung, z.B. durch die Mitarbeiterinnen von Kindergärten durch das Nähen von Alltagsmasken.
Seit Dezember testen wir unsere Mitarbeiter 2x wöchentlich. Die Mitarbeiter tragen durch ein hohes Maß an Disziplin bei der Umsetzung der Hygienevorschriften und der Einschränkung ihrer privaten Kontakte zur Sicherheit unserer Patient*innen bei.
Für Menschen da sein, bleibt wichtigste Aufgabe der Diakoniestation. Viele Menschen die gepflegt werden, hatten schon vor Corona wenig Kontakte, oft fallen diese nun auch noch weg: wenn Angehörige weiter weg wohnen und bisher alle paar Wochen ein paar Tage zu Besuch waren, ist das nicht mehr möglich, wenn es in der Wohnung keine Schlafmöglichkeit gibt. Angehörige aus dem Ausland können z.T. gar nicht mehr anreisen. Begegnungsmöglichkeiten, wie Seniorencafés können nicht mehr stattfinden. Die Mitarbeitenden der Diakoniestation sind für viele der einzige soziale Kontakt, der noch geblieben ist. Und auch der ist nur mit ffp2-Maske möglich: für Menschen mit Einschränkungen im Hören oder Demenzpatienten ist das eine zusätzliche Schwierigkeit.
Für die Mitarbeitenden zur Zeit ebenfalls eine Herausforderung: Anders als in stationären Einrichtungen können die Mitarbeitenden nicht zu einem Termin vor Ort geimpft werden, oder ein Termin für mehrere Mitarbeitende im Impfzentrum vereinbart werden: alle müssen sich selbst über die Hotline oder die Webseite um einen Impftermin bekommen: für Vollzeitberufstätige bei dem Ansturm auf die Hotline/Webseite gar nicht so einfach.
 
Birgit Grammel und Karin Bäuerle-Goldberg sind stolz auf ihr motiviertes Team, das es schafft weiterhin für ihre Patient*innen da zu sein und durch umsichtiges Handeln bisher alle gut durch die Pandemie gekommen sind.
Die Diakoniestation betreut zur Zeit ca. 230 Patient*innen, mit ca. 50 Mitarbeitenden. Seit Jahren ist die Personalfluktuation gering, es stehen ausreichend Fachkräfte zur Verfügung, so dass auch noch neue Patienten aufgenommen werden können (www.diakoniestation-pforzheim.de ) Damit es auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte für die mobile Pflege gibt, bildet die Diakoniestation auch selbst aus.
 
Als Evang. Kirche Pforzheim freuen wir uns, dass wir auch in Pandemiezeiten die Geschäftsführungsstelle in unserer Diakoniestation so schnell wieder kompetent besetzen konnten und wünschen Birgit Grammel Gottes Segen für ihre neue Aufgabe!
Birgit Grammel ist seit 15. März Geschäftsführerin der Diakoniestation und stellt sich Ihnen hier kurz selbst vor:
 
"Liebe Mitarbeitenden der Evangelischen Kirchengemeinde Pforzheim.
Wie Sie vielleicht schon mitbekommen haben, gab es Mitte März eine Wechsel in der Geschäftsführung der Diakoniestation Pforzheim gGmbH. Mein Name ist Birgit Grammel und ich freue mich, mich Ihnen als neue Geschäftsführerin kurz vorstellen zu dürfen.
Ich arbeite seit über 30 Jahren bei der Diakoniestation, zunächst als Gemeindekrankenschwester, dann als stellvertretende Pflegedienstleiterin und zuletzt als Qualitäts- und Hygienebeauftrage. Bereits während meiner Ausbildung war mir klar, dass mein Herz für die ambulante Pflege schlägt. Den Mensch in seinem persönlichen Umfeld zu pflegen, ihm solange wie möglich eine Chance zu geben in seinem vertrauten Umfeld bleiben zu können, ist für mich eine große Herausforderung und die beste Möglichkeit Menschen in ihrer Krankheit und im Alter zu begleiten. Das schöne Motto „Ambulant vor Stationär“ war schon immer meine Devise.
Natürlich ist mir auch bewusst, dass dies in unserer heutigen Gesellschaft nur noch schwer zu leisten ist. Aber auch gerade das vergangene, für uns alle sehr schwierige Jahr hat mich darin bestätigt. Auch uns hat dieses Jahr Enormes abverlangt. Immer wieder wurde mir eindrucksvoll vor Augen geführt, mit welchem Verantwortungsbewusstsein meine Kolleginnen, die ständig wechselnden Herausforderung bewältigt haben. Immer mit dem Ziel unsere Patientinnen maximal zu schützen und trotzdem den Menschen nicht aus dem Fokus zu verlieren.
Meine Freude über die neue Aufgabe verbinde ich gleichzeitig mit dem Wunsch, die kommenden, sicher nicht weniger spannenden Zeiten, gemeinsam mit meinem Team meistern zu können."
Birgit Grammel