Stadtsynode

- 14.07.2021 - 

Am Dienstag tagte die Stadtsynode digital. Der Schwerpunkt der Sitzung war der Auftakt zu einem Prozess, der uns die nächsten Jahre begleiten wird: Wie wird die Evangelische Kirche Pforzheim 2032 aussehen?  

Unsere Gesellschaft verändert sich. Die Schlagworte Individualisierung, Mobilität, Klimakrise, demografischer Wandel und viele weitere beschreiben die Veränderungen in unserer Gesellschaft.
Viele Institutionen stehen zur Zeit vor der Frage: wie müssen wir uns verändern? Wir können alle nicht in die Zukunft blicken und alles exakt vorhersagen, dennoch ist klar: wir werden uns verändern. Diese Veränderung wollen wir gestalten.
Gleichzeitig ist absehbar: personelle und finanzielle Ressourcen werden in den nächsten Jahren zurückgehen.
Es muss also gleichzeitig „Transformation“ und „Reduktion“ stattfinden.
Wie wird die Evangelische Kirche Pforzheim 2032 aussehen?
In der Stadtsynode wurden erste Bilder in einem Brainstorming gesammelt – als erste, vorläufige Annäherungen:
-Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten, in ungewohnten Formen, gemeinsam mit anderen.
-Ehrenamtliche werden gestärkt und geschult, Begabungen werden gefördert, Menschen engagieren sich mit ihren Begabungen.
-Das Gepäck ist leichter geworden, es gibt Kaffee und Wein.
-es gibt neben der Jugendkirche auch eine Familienkirche.
-wir werden präsent sein, haben an verschiedenen Orten Ressourcen gebündelt.
-wir sind zusammengewachsen.
-Grenzen spielen keine Rolle mehr – nicht mehr zwischen unseren bisherigen Gemeinden, nicht mehr zwischen Baden und Württemberg.
-ein Wir-Gefühl ist entstanden, wir sind begeistert.
-wir haben weniger Gebäude, aber die sind so ausgestattet, dass man sich darin wohl fühlt.
-wir haben Zeit für die Menschen in unseren Gemeinden und gestalten unsere Gesellschaft mit.
-eine Kirche, die offen ist für ihre Stadt, für die Menschen in ihrer Stadt, die Wert legt auf Kooperationen mit allen Playern, die im Sozialraum unterwegs sind
-dahin gehen, wo die Menschen sind, statt zu erwarten, dass Menschen zu uns kommen
-eine fröhliche Gemeinschaft, die Fröhlichkeit ausstrahlt in die Stadt
 
Die Erwartungen an Kirche sind vielfältig und in einer sich ausdifferenzierenden Gesellschaft werden diese Erwartungen in Zukunft noch vielfältiger werden. Die Landessynode hat beschlossen, dass die Kirchenbezirke den Prozess der Veränderung vor Ort gestalten sollen. „Was ist unser Auftrag – nicht nur allgemein, sondern in dieser Zeit? In dieser Gesellschaft?“ Die Landeskirche begleitet und gibt verlässliche Rahmenbedingungen vor.
Der Stadtkirchenrat wird in den nächsten Monaten eine Art „Fahrplan“ erstellen: wer wird an diesem Prozess an welchem Zeitpunkt wie beteiligt? Die vielen offenen Fragen, die Befürchtungen und Hoffnungen die uns rund um die Veränderungen bewegen werden uns noch lange beschäftigen – wir werden dazu auch noch ausführlicher berichten.
 
Daniel Völker und Mathias Kreplin vom Evang. Oberkirchenrat gaben erste Ideen weiter, wie die Struktur und die inhaltliche Arbeit im Prozess aussehen könnte. Manche Rahmenbedingungen wird die Landessynode erst im Herbst beschließen. Und und sie machten den Synodalen Mut den Weg der Veränderung weiterzugehen: „mit tastenden Schritte auf den Weg machen, loslaufen, Vertrauen, dass wir geführt werden und unter Gottes Segen bleiben.“
 
Es gab aber noch weitere Themen:
 
Aus dem Bereich Kita
Durch die Abgabe von Kitas und Kitagebäuden an die Stadt und andere Träger (Diakonissenverein) werden aktuell 71 Gruppen durch die Ev. Kirche Pforzheim als Träger von 21 Betreuungseinrichtungen betrieben. Die Kita-Landschaft sah und sieht als maximale anzustrebende Obergrenze 74 Gruppen vor. Die maximale Anzahl der Gruppen ist damit noch nicht erreicht. Auch ist in den nächsten 2 Jahren nicht ersichtlich, dass die Gruppenanzahl wieder auf 74 ansteigt. Deshalb wurde im vergangenen Jahr beschlossen, das „Auslaufenlassen“ der Kitas Gerwigstraße und Maximilianstraße um ein Jahr zu verschieben. Die Stadtsynode hat diesen Beschluss nun erneuert und das Auslaufenlassen der Kitas um ein weiteres Jahr aufgeschoben: „Die jetzt dann neu aufgenommenen Kinder können in der Einrichtung bis zum Schuleintritt betreut werden, solange nicht erhebliche Investitionen getätigt werden müssen.“
 
Aus dem Bereich Diakonie
Am Freitag wird (coronabedingt „im kleinsten Rahmen“) der Diakoniepunkt an der Altstadtkirche eröffnet. Die Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen. Die Holzschränke im Flur werden zu einer kleinen Stadtteilbücherei, in Küche kann zusammen gekocht und gegessen werden. Außerdem gibt es einen Multifunktionsraum. Der Außenbereich steht für Familien im Quartier offen. Geleitet wird der Diakoniepunkt von den Mitarbeitenden der unterschiedlichen Arbeitsbereiche, die im Diakoniepunkt zu finden sind: Erwerbslosentreff, Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit, Außenstelle Hilfe im Alter, Integrationsmanagement und für die Diakoniekirche wird Martina Walter mit vor Ort sein.
 
aus dem Bereich Bauen:

Mauersanierung Burg Steinegg

Nach dem Teileinsturz der nordwestlichen Umfassungsmauer wurde eine Tragwerkuntersuchung durchgeführt, die denkmalschutzrechtliche Genehmigung eingeholt, und ein Baugrundgutachten erstellt. Der Wiederaufbau konnte nun umgesetzt werden, inklusive Baumfällarbeiten entstehen Kosten von ca. 50.000 €.  
 
Orgel Evang. Kirche Huchenfeld
Die Sanierung der Orgel in der Evang. Kirche in Huchenfeld beginnen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2022 geplant, es wird mit Kosten von rund 65.000 € gerechnet.
 
Außensanierung Kreuzkirche Mühlhausen
Die Arbeiten umfassen Maßnahmen zur Verkehrssicherung, hauptsächlich die Behebung der Schäden an der Fassade, den Austausch der Brüstungsplatten am Turmumgang, wieder Herstellen der Dach- und Turmentwässerung, Dachneueindeckung in Richtung Friedhof, kleinere Reparaturen am Holzwerk und Maßnahmen zum Arbeitsschutz z.B.: Einbau eines begehbaren Bodens auf der Decke über dem Kirchenraum und Ertüchtigung des Turmaufstiegs. Die Gesamtkosten betragen nach Kostenschätzung ca. 363.000 €. Kosten für Unvorhergesehenes (10% bzw. 15%) wurden dabei eingerechnet. Die Gesamtsumme kann sich ggf. durch Zuschüsse der Denkmalbehörde noch verringern.
 
Barrierefreier Zugang Gemeindehaus/Kirche Buckenberg
Der Zugang zum Gemeindehaus Buckenberg soll vom Birkenweg aus barrierefrei hergerichtet werden. Dazu soll die bisherige Treppe abgebrochen werden und die bestehende Rampe verlegt, verbreitert und bis zum Eingang verlängert werden. Auch der treppenlose Weg vom Weidenweg zur Kirche wird verbreitert. Die Gesamtkosten inklusive erneuerter Beleuchtung belaufen sich auf ca. 57.000 €, die sich ggf. durch Zuschüsse noch verringern.
 
Haus der Evang. Kirche Pforzheim
Aktuelle Arbeiten (z.T. fertiggestellt, z.T. zur Zeit in Arbeit):
•        Eichenvertäfelung in den Sälen
•        Betonsanierung
•        Fenster
•        Estrich in den Büroetagen ist fertig, der EG Estrich kommt in der nächsten Woche
•        Verlegung der Kabel fast vollständig
•        Das Aufstellen der Zwischenwände ist in den beiden oberen Etagen fertig, in der obersten Etage sind bereits Wände gestrichen
•        Die Heiztechnik angeschlossen, auch Heizkörper sind bereits montiert, es fehlen noch die Deckensegel.
•        Die Tiefgarage ist fast fertig. 
•        Grundkonstruktion der Außenfassade ist vorbereitet, die Fassadenelemente werden montiert    
Die Arbeiten liegen zeitlich im Plan, Ausnahme: die Fassadenarbeiten sind ca. 4 Wochen im Rückstand – dies beeinflusst aber keine Arbeiten im Innenbereich. Im Juli beginnt die Anbringung der Wärmedämmung.
Die baubegleitende Kommission hat sich mit der Außenanlage beschäftigt. Der Bauausschuss hat die Vergabe der Außenanlage mit Kosten in Höhe von 309.000 € beschlossen.
 
 
aus dem Bereich Personal

Elternzeit Diakonin Nickel
Die Elternzeit von Diakonin Annika Eva Nickel (Philippus Gemeinde) wird verlängert, sie wird jedoch mit einem Stellenumfang von 10 Stunden eingesetzt.

Krankenhausseelsorge
Die Stelle Krankenhausseelsorge am Helios-Klinikum wurde ausgeschrieben, eine Besetzung wird voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr stattfinden. Die Vakanzvertretung übernimmt Pfarrer Andreas Quincke (Krankenhausseelsorge Siloah). Diakonin Ira Weinmann (ebenfalls Krankenhausseelsorge Siloah) stockt um 20% auf.
 
Wiederbeauftragung Ulrike Müller
Ulrike Müller ist als ehrenamtliche Theologin tätig und übernimmt Gottesdienste z.B. in den Kliniken, auf dem Hauptfriedhof und übernimmt Vertretungen bei Gemeindegottesdiensten.
 
Stadtjugendpfarrerin Marie-Louise Scheuble
Marie Louise Scheuble ist zur Stadtjugendpfarrerin berufen worden. Eine offizielle Einführung konnte „coronabedingt“ noch nicht terminiert werden.
 
Verschiedenes

Berufung Vertreter*in in den Diakoniausschuss
Birgit Grammel (Geschäftsführerin Diakoniestation Pforzheim gGmbH) wurde in den Diakonieausschuss  berufen.

Konzert Widmung Orgel Schloßkirche
Die Widmung der Orgel, wird am 14. Mai 2022 um 18.00 Uhr gefeiert, u.a. mit einem Ensemble des Südwestdeutschen Kammerorchesters und mit einem Grußwort von Seiner Königlichen Hoheit Prinz Bernhard von Baden. Ab 19.00 Uhr: Konzert mit Prof. Christoph Schoener.       
 
Stadtradeln
Bei der Aktion STADTRADELN, die in Pforzheim am16. Juli startet ist die Evang. Kirche in Pforzheim wieder mit einem Team dabei. Anmeldungen sind noch möglich.
 
Termin nächste Stadtsynode
12./13. November 2021
 
Reformationsgottesdienst
Der gemeinsame Reformationsgottesdienst Badischer Enzkreis und Pforzheim wird am  31.10.17.00Uhr in der Stadtkirche gefeiert. Es wird zum Reformationstag ein „streitbares Thema“ geben: neben Dekanin Christiane Quincke und Dekan Christoph Glimpel wird Constanze Broelemann, Pfarrerin und Journalistin den Gottesdienst mitgestalten. Sie war für evangelisch.de und reformiert.info an Bord der SeaWatch4 – ein Schiff, das von „united4rescue“ („Vereint um zu retten“) zur Seenotrettungsmission ins Mittelmeer geschickt wurde.