Unter Palmen...

- 19.09.2021 - 

fand die Eröffnung der interkulturellen Woche statt und unter Palmen kann man nun auch auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof seine letzte Ruhestätte finden - im neu errichteten interkulturellen Grabfeld:

Peter Boch hatte die Schirmherrschaft für die Interkulturelle Woche 2021 unter dem Motto #offengeht übernommen. So überbrachte er am Samstagnachmittag den Dank an alle, die noch bis zum 4. Oktober bei der Interkulturellen Woche engagiert sind. Aber auch Dank an alle Beteiligten, die das interkulturelle Grabfeld möglich gemacht haben.
Alfons Seiterle, Vorstand der Badischen Friedhofsgärtnerzeigte auf, welche Hintergründe das interkulturelle Grabfeld hat: Unsere Gesellschaft hat sich durch Zuwanderung stark verändert. Zur Integration gehört es Heimat zu geben, auch über den Tod hinaus.
Gärtner und Steinmetze haben die Felder mit unterschiedlichen Schwerpunkten gestaltet, es finden sich alpine, mediterane, orientalische und asiatische Gestaltungselemente. Beim anschließenden Rundgang erfuhr man auch, auf welche Details in der Erstellung geachtet wurde: so wurden zum Beispiel Pflanzen gewählt, die in die jeweiligen Landschaften passen, aber auch mit unserem Klima zurecht kommen. Runde Gletschersteine auf einem Feld, quadratische Platten auf einem anderern. Ornamente der Steine, die in der Bepflanzung wieder aufgenommen werden oder die Ausrichtung einiger Gräber Richtung Mekka.
Der Internationale Beirat hat das Projekt in der Entstehung begleitet. Auf der Suche nach ähnlichen Projekten, wurde sie nur in Heidelberg fündig. Mit der Realisierung dieses interkulturellen Grabfeldes erkenne die Stadt die vielfältige Gesellschaft an und bekenne sich zur plrualistischen und weltoffenen Gesellschaft. Was im Leben nicht immer in Harmonie gelingt, ist nun hier zu sehen: es gibt nicht nur eine Sicht, die verschiedenen Pflanzen und Elemente stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern stehen nebeneinander und ergeben ein harmonisches Gesamtbild.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Trompetentrio der Jugendmusikschule
und Lilli Schönberger.
Begegnung, Austausch, die Gelegenheit aus dem Alltag im Flüchtlingsheim rauszukommen - das verbindet Mirzeta Haug mit den Festen der interkulturellen Woche, die sie als Jugendliche in den 90er Jahren erlebt hat, als es noch deutlich weniger Möglichkeiten zu Sprachkursen gab als heute. Zu erleben: da sind Menschen, bei denen bin ich willkommen, war für sie wichtig für die Integration. So schaut sie heute dankbar auf das Netzwerk verschiedener Menschen, das sich in den vergangenen Jahren stets erweiter hat und Information, Begegnung und viel mehr ermöglicht: während der interkulturellen Woche, aber auch im Alltag der Menschen in Pforzheim.
 
Essen und Trinken darf bei interkulturellem Austausch nicht fehlen - cornoaconform in diesem Jahr in Tüten zum Mitnehmen.
Mitten im Grün des Friedhofs, hätten die meisten wohl auf zusätzlichen Blumenschmuck verzichtet: bei einer Veranstaltung mit denBadischen Friedhofsgärtnern  ist der Blumenschmuck natürlich besonders beeindruckend.
Das Programm der Interkulturellen Woche: