GAW bringt unsere Tische und Stühle nach Siebenbürgen

- 08.03.2022 - 

Das Haus der Evangelischen Kirche ist fast fertig. Die alten Standorte (Pfarrämter Altstadt, Markus, Thomas, Michael, Stadtkirche und Gemeindehäuser Stadtkirche, Altstadt und Lutherhaus) werden nicht mehr genutzt. Viele Möbel haben wir mitgenommen, vieles wird aber bei uns so nicht mehr gebraucht.

Quelle: GAW-Kurt Rapp

Ein Teil der Möbel hat das Gustav Adolf Werk (GAW) letzte Woche abgeholt: Tische, Stapelstühle, Einbauküche, Notenständer, Sessel, Sideboards und ein Klavier wurden rund 1600km ostwärts gefahren: In der Kirchenburg von Wolkendorf/Vulcan bei Kronstadt/Braşov in Siebenbürgen zwischengelagert. Von dort werden sie auf die Gemeinden der kleinen Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien („Biserica Evanghelica C.A. din Romania“) verteilt, zusammen mit weiteren Möbeln aus Bietigheim und Marbach, im Gesamtwert von ca. 20.000€.
 
Aus Wolkendorf kamen ein paar Tage später Fotos und ein Danke an das GAW: "Vielen herzliche Dank nochmal im Namen aller für den Möbeltransport!Vor allem die vielen guten Stühle werden sehr nützlich sein. Von den 196 Stoffstühlen haben wir im Pfarramt Wolkendorf etwa 40 behalten und weitere 12 mit Lehne.Die anderen Gegenstände werden wohl auf andere Einrichtungen aufgeteilt." Pfarrer Uwe Seidner

Quelle: uwe seidner

In der über 800jährigen Geschichte der Siebenbürger Sachsen hat die im 16.Jahrhundert geschlossen zum protestantischen Glauben übergetretene Gemeinschaft Höhen und Tiefen erlebt. Zahlreiche imposante Kirchenburgen Rumäniens, sieben davon UNESCO-Weltkulturerbe, zeugen bis heute von wehrhaftem Glauben, aber auch immenser Belastung. Vor dem Exodus während der Ceauşescu-Diktatur und der Wende 1989 gehörten mehr als 300.000 Siebenbürger unter den 21 Millionen Einwohnern Rumäniens zur Evangelischen Kirche.
Heute betreut die extrem klein gewordene evangelische Diasporakirche im Karpatenbogen durch 42 Pfarrer die verbliebenen 11.600 Gemeindeglieder in 234 Gemeinden und Betreuungspunkten.
Umso mehr freut sich Hauptanwalt Friedrich Gunesch zusammen mit Bischof Reinhart Guib in Hermannstadt/Sibiu über den reichen „Möbelsegen“ aus Baden-Württemberg. Mit dieser praktischen Unterstützung werden veraltete Einrichtungen kirchlicher Gebäude ersetzt, Menschen in ihrem Gemeindeleben und Glauben gestärkt und wird partnerschaftliche Solidarität geübt. Damit fördert diese Hilfsaktion, finanziert mit rund 5000 € durch den Evangelischen Oberkirchenrat, auch den Ressourcen schonenden Umgang mit der Schöpfung.