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gemeinsam Gesellschaft gestalten
- 03.08.2022 -
Die jährliche „Begegnung Stadt-Kirche“ im Hohenwart Forum stand in diesem Jahr unter dem Motto „Kirche und Stadt – ein altes Verhältnis neu bestimmt“:
Kirche und Gesellschaft verändern sich. Weniger Menschen sind Mitglied in einer der großen Kirche. Damit verändern sich auch die Funktionen, die die großen Kirchen bisher in der Gesellschaft wahrgenommen haben. Erik Flügge, Politikberater und Experte für Beteiligungsprozesse, verglich in seinem Vortrag den Prozess der Veränderung mit einem Trauerprozess: die Kirchen würden letztlich in die Phase der Akzeptanz ankommen, also erkennen, dass es die Kirche in Form der Volkskirche so nicht mehr geben werde. Für die Kirchen sei es, laut Flügge, letztlich kein Problem, sich mit weniger Mitteln, um weniger Mitglieder zu kümmern. Erik Flügge sieht jedoch ein Problem auf die Kommunen zukommen, die klären müsse, wer die Funktionen übernimmt, die Kirchen in Zukunft nicht mehr flächendeckend wahrnehmen können.
In Kleingruppen wurden im Anschluss an den Vortrag bisherige Funktionen von Kirche gesammelt: beispielsweise Besuchsdienste, die der Einsamkeit im Alter entgegenwirken, Beratung in Lebenskrisen, Begegnungsorte schaffen, Werte vermitteln, kostenfreie Freizeitangebote, gesellschaftliche Entwicklungen hinterfragen und auf Missstände hinweisen. Für einzelne Funktionen wurden erste Ideen entwickelt, wie gesellschaftliche Akteure aus den verschiedensten Bereichen gemeinsam die notwendigen Funktionen in der Stadt aufrecht erhalten können. Den Beteiligten wurde deutlich: es kann viel gelingen, wenn gemeinsam gedacht wird und vorhandene Ressourcen gebündelt werden, die Ideen des Nachmittags können nur ein Auftakt im fortlaufenden Dialog sein, um weiterhin gemeinsam das Leben in der Stadt zu gestalten.


