Großzügige Schenkung für Kita Gerwigstraße
- 07.12.2022 -
2017 hatte die Stadtsynode die "Kitalandschaft 2023" beschlossen. Damit sollte sicher gestellt werden, dass auch in Zukunft Evangelische Kitas flächendeckend, mit vielfältigen Profilen und in guter Qualität betrieben werden können.
Die Kita in der Gerwigstraße gehört zu den Kitas, die nicht auf der Liste standen, die dauerhaft erhalten werden sollten: zum Zeitpunkt des Beschlusses waren einige Kitas im Bereich Nordstadt-Ost neu gebaut worden, so dass von seiten der Stadt dort kein erhöhter Bedarf gesehen wurde, die Zukunft des Gebäudes war ungewiss und in der Nordstadt soll die Kita Hessenstraße als Evangelische Kita dauerhaft betrieben werden.
Für Renate und Frank Hirschfeld eine schmerzhafte Entscheidung. Sie sind beide mit der Markuskirche (in deren Untergeschoss die Kita untergebracht ist) hoch verbunden. Renate Hirschfeld erlebte, wie der Pfarrer die Jugendlichen Ende der 50er Jahre zusammenbrachte. Sie lernte Orgel spielen und versah lange Jahre Orgeldienst in der Kirche. Frank Hirschfeld ist mit der Markuskirche in Stuttgart eng verbunden, mit seiner Frau gemeinsam nun seit vielen Jahrzehnten in der Markuskirche Pforzheim. Als Lehrer hat er Reliunterricht gegeben und auch Schulgottesdienste gestaltet. Bildung, Kinder und Kirche gehört für die beiden zusammen.
Neben der Enttäuschung über die Entscheidung die Kita an der Gerwigstraße nicht dauerhaft zu erhalten ist den beiden aber auch etwas anderes wichtig: "Wir wissen, dass man mehr tun muss, damit Kirche noch Bestand hat. Kirche muss von unten aufgebaut werden."
Und so wollten sie ihren Teil dazu tun, dass die Kita zumindest deutlich länger erhalten werden kann, als vorgesehen.
In Gesprächen mit Sabine Jost (Geschäftsführerin Diakonie Pforzheim), den Mitarbeitenden der Bauabteilung und der Kita wurde geklärt, welche Maßnahmen notwendig sind, damit die Kita länger betrieben werden kann und was dies kosten wird.
Frank und Renate Hirschfeld wollen die Kosten der notwendigen Renovierungs-/Sanierungsarbeiten übernehmen, die Gelder werden in Tranchen zu je 50.000€ ausgezahlt, sobald die Bauarbeiten beginnen.
"Wir müssen jetzt ranklotzen", sagte Frank Hirschfeld "macht was draus." Er erwartet von "seiner Kirche" also, dass nun auch schnell Ergebnisse sichtbar werden. Gleichzeitig richtet er aber auch einen Apell an alle Gemeindeglieder, denen kirchliche Arbeit wichtig ist: "Es gibt nicht nur Herrmanns [Anmerkung: Stifter für die Evang. Schule] und Hirschfelds, es müssen auch noch mehr kommen." So haben sie nun im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas für die Kita getan "Was mit der Kirche und dem Turm passiert, darum müssen sich andere kümmern."
Dekanin Christiane Quincke danke dem Ehepaar Hirschfeld für die überaus großzügige Schenkung. Da der Bedarf in der Nordstadt-Ost bisher weiter besteht und im Gesamtplan der Kitalandschaft noch Spielraum für die zusätzlichen Gruppen bestand, wurde bisher das Auslaufenlassen der Kita in jedem Jahr um ein weiteres Jahr verschoben, d.h. Kinder, die dann zum neuen Kita-Jahr aufgenommen wurden, wurde der Kita-Platz für die 3 Jahre bis zur Einschulung zugesichert. Mit dieser Schenkung konnte der Stadtkirchenrat nun beschließen, dass das Auslaufenlassen der Kita um weitere 5 Jahre verschoben wird.
Aktueller Stand Umsetzung Kitalandschaft 2023
In der Oststadt wurde die Kita Oranierstraße erweitert, damit die Kitas Oranierstraße und Altstätterstraße dort zusammengelegt werden konnten (Sommer 2020). Das Außengelände (früher einfacher Innenhof) wurde im Sommer 2021 neu gestaltet.
In Eutingen wurde im Herbst 2020 die Kita Rennbachweg (Naturkita) eröffnet.
Im Südwesten wurden 2 zusätzliche Gruppen in der Kita Im Fuchsenacker (Büchenbronn) in Betrieb genommen. Die Waldkita (Sonnenhof/Sonnenberg) ist noch nicht umgesetzt. In Dillweißenstein werden die bisherigen Kitas Kräheneckstraße und Huchenfelderstraße in die neue Kita Ernst-August-Haug-Weg umziehen (wegen Lieferschwierigkeiten bei den Türen nicht wie geplant im Januar, aber voraussichtlich im Februar).
In der Innenstadt sah der Beschluss vor, dass wir uns für die Trägerschaft einer neuen großen Kita bewerben, mit einem interkulturelles/interreligiöses Profil. Inzwischen ist die Kita Irenicus, bei der wir Mitgesellschafter sind, in Betrieb. Deshalb wird nun geklärt, wie der Standort Martin-Luther-Straße weiterentwickelt werden kann.
In der Weststadt war ebenfalls die Bewerbung auf eine große Kita vorgesehen. Da nun am Standort Pestalozzistraße langfristig die Ingeborg-Herrmann-Schule mehr Platzbedarf haben wird, wird hier geprüft ob/wie am Standort Maximilianstraße eine größere Kita zu entstehen könnte.
Auf dem Haidach sollte eine Kita in das neu zu errichtende Wohngebäude integriert werden, da sich dies nicht umsetzen ließ, ist dort zur Zeit die bisherige Kita weiter in Betrieb.
Aktuell sind damit folgende Kitas in Betrieb (in Dillweißenstein bereits die neue Kita in der Tabelle aufgenommen)

