Barrieren abbauen durch Leichte Sprache

- 10.10.2023 - 

Diakonie erstellt Leitfaden für pädagogische Fachkräfte

Die Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte werden immer größer. Die Evangelische Kirche setzt dabei auf kontinuierliche Professionalisierung, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Dazu gehören seit zwei Jahren auch Fortbildungen in Leichter Sprache. Um die Umsetzung im Arbeitsalltag zu erleichtern, ist daraus nun ein praxisnaher Leitfaden entstanden:

„Und wie erkläre ich jetzt Kostenbeitragssystem?“ Aus dieser Frage heraus hat sich im Bereich der Evang. Kindertageseinrichtungen viel entwickelt. Anlass war das neue Beitragsmodell für Kitagebühren und die Verständnisprobleme, die viele Familien damit hatten, ein häufiges Problem bei Verwaltungssprache. Der Bedarf nach einer Schulung für Leichte Sprache kam auf. Im Herbst 2021 startete dann das Projekt 'Leichte Sprache in Kitas' mit rund 20 Einrichtungsleitungen. Seitdem konnten sich zahlreiche Fachkräfte in Leichter Sprache schulen lassen, ein wichtiger Bestandteil der inklusiven und interkulturellen Arbeit. Der neue Leitfaden, der im Rahmen des Projekts von der Mitarbeitenden der Diakonie, Katrin Hillenbrand, erarbeitet wurde, wird nun dabei helfen, Leichte Sprache im Arbeitsalltag einzusetzen. Er enthält praktische Übungen und Beispiele, Hinweise zur Gestaltung von 
Materialien und Vorlagen für Beratung und Elternarbeit. Die Fortbildungen wurden für Fachkräfte der Kitas konzipiert und durchgeführt, doch mit der Zeit äußersten auch immer mehr Mitarbeitende aus anderen Bereichen Interesse und Bedarf, sodass der Leitfaden erweitert und mit Beispielen und Übungen für alle Beratungskontexte ergänzt wurde. 
 
Leichte Sprache als Instrument für Inklusion und Teilhabe
Leichte Sprache ist eine vereinfachte Form der deutschen Sprache, die Informationen leichter verständlich macht. Sie verwendet einfache Wörter, kurze Sätze, klare Strukturen und oft Bilder. Die Zielgruppe ist vielfältig, darunter Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, geringen Deutschkenntnissen, Senioren, Menschen mit Autismus oder Leseschwäche. Allein in Deutschland profitieren bis zu 30 Millionen Menschen von Angeboten in Leichter Sprache.
 
Strategische Weiterentwicklung
Der Bedarf an Leichter Sprache wächst stetig weiter, auch aufgrund gesetzlicher Vorschriften, deren Umsetzung immer stärker gefordert wird. Das bedeutet auch, dass Fachkräfte vieler Berufsgruppen sich in Zukunft immer mehr mit dem Thema auseinandersetzen und weiterbilden müssen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, ist eine Fortführung geplant, doch dafür sind Förderungen nötig. Bisher wird das Projekt ausschließlich aus Eigenmitteln der Evangelischen Kirche finanziert. 
Text/Foto: Diakonie Pforzheim