Eröffnung 25. ökumenische Vesperkirche
- 21.01.2024 -
Und Weihbischof Dr. Peter Birkhofer
Dekanatsreferent Tobias Gfell entzündete gemeinsam mit dem Leitungsteam der Vesperkirche (Rudolf Mehl, Jürgen Droste, Gaby Schulz) die Vesperkirchenkerze - damit war die 25. ökumenische Vesperkirche Pforzheim eröffnet.
Im Jubiläumsgottesdienst predigten Prälatin Heide Reinhard
" (..) Vesperkirchen speisen sich aus dieser allen zugewandten, helfenden Haltung Jesu. Sie tragen dazu bei, dass bedürftige, am Rand stehende Menschen Gemeinschaft, Obdach, warme Räume und Unterstützung erleben. Vier bis sechs Wochen lang geht es darum, ein Miteinander zu gestalten, bei dem eine ordentliche warme Mahlzeit genauso selbstverständlich ist, wie vielfältige praktische Hilfs-Angebote und die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
" (..) Vesperkirchen speisen sich aus dieser allen zugewandten, helfenden Haltung Jesu. Sie tragen dazu bei, dass bedürftige, am Rand stehende Menschen Gemeinschaft, Obdach, warme Räume und Unterstützung erleben. Vier bis sechs Wochen lang geht es darum, ein Miteinander zu gestalten, bei dem eine ordentliche warme Mahlzeit genauso selbstverständlich ist, wie vielfältige praktische Hilfs-Angebote und die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das ist schön, aber noch schöner wäre es, es bräuchte keine Vesperkirchen. Denn jede Vesperkirche, hier in Pforzheim wie an anderen Orten, weist auch immer darauf hin, dass vieles noch längst nicht gut ist. Dass Unterstützung und Teilhabe von bedürftigen Menschen längst nicht ausreichend oder gar selbstverständlich ist.
Und wenn ich lese, dass um die 20% der Bevölkerung in Deutschland von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, dann stehen dahinter ganz viele einzelne Menschen, für die das bedeutet, ständig rechnen zu müssen, wie lange und wofür reicht das Geld und zugleich bedeutet es, auch zu vielen, für andere selbstverständliche Dingen keinen Zugang zu haben.
Es bedeutet wenig Möglichkeiten, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren, eingeschränkte digitale Teilhabe, schlechtere Bildungschancen, die vor allem die Kinder treffen, Nachteile bei der Wohnungssuche und vieles mehr.
Dazu kommt, was viele Betroffene sagen: das Geld ist das eine, verletzend ist häufig die Sichtweise der Anderen, die wahrnehmbaren Hintergedanken, die seien doch selbst schuld, oder dass weggeschaut wird, dass man einfach an vielen Stellen außerhalb steht.
So freue ich mich natürlich, dass in den nächsten Wochen in der Stadtkirche diesem Außerhalb stehen in Pforzheim etwas entgegengesetzt wird und wir heute 25 Jahre Vesperkirche Pforzheim feiern.
Denn das heißt auch: seit einem viertel Jahrhundert, bis heute gibt es jedes Jahr dieses wichtige soziale Ereignis in der Stadt Pforzheim. Ganz viele Ehrenamtliche engagieren sich, organisieren, kochen, gestalten das Miteinander, und vor allem – laden die Stadtgesellschaft dazu ein. Das ist wunderbar."
"(...)Wenn Jesus uns im Evangelium zuruft: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15), dann mahnt er uns, von unserem Verhalten, von unseren beschrittenen Wegen auf Kosten anderer umzukehren, unsere Selbstbezogenheit bei Seite lassen. Das heißt aber auch, nicht einfach ein wenig zu helfen, sondern gerufen zu sein, für den anderen ein Nächster zu werden. Das schließt eine Begegnung ein, die ein Mehr ist gegenüber einer anonymen Mildtätigkeit, wenn wir dem An-deren tatsächlich Nächste werden möchten, uns der Augenhöhe anderer ausliefern – dann erleben wir uns unterschiedslos als Schwestern und als Brüder.
Die Vesperkirche ist ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit derer, die sich vom Herrn in diese Nachfolge gerufen wissen, Gottes Reich der Liebe in dieser Welt sichtbar zu machen. Ich bin fest überzeugt, Pforzheim, unsere Gesellschaft, unsere Welt braucht dieses lebendige Zeugnis, das mit dem gemeinsamen Gebet, dem geistigen Ökumenismus beginnt. Denn wir zehren alle von der Gnade, die uns Gott, die uns Christus, die uns der Heilige Geist verleiht. Und auch hier gilt, was Papst Benedikt XVI. einmal mit dem schönen Bild zum Ausdruck gebracht hat, dass das ökumenische Schiff nie auf die hohe See aus-gefahren wäre, wenn es nicht von einer Gebetsströmung angetrieben gewesen wäre. Aus dieser mitreißenden Strömung der Gnade folgt die gemeinsame Tätigkeit, weil wir uns dazu gerufen wissen, den anderen Nächste zu sein.
„Vesperkirche will der wachsenden Armut in unserer Gesellschaft wirkungsvoll begegnen. Vesperkirche lädt dazu ein, miteinander zu teilen und füreinander da zu sein. Vesperkirche setzt ein Zeichen für die Würde eines jeden Menschen. Vesperkirche lindert in der kalten Jahreszeit vier Wochen lang die Sorge um das tägliche Brot.“ Es endet aber nicht dort, sondern hat auch Folgen für die Arbeit in der Gesellschaft, für eine gerechtere Gesellschaft. Wir dürfen dabei aber notgedrungen nicht nur auf unsere deutsche Gesellschaft blicken, sondern müssen unterschiedslos auch das Unglück, das Leiden der Menschen weltweit im Blick behalten. Das ist oftmals schwierig, weil die vermeintlich einfachen Lösungen so immer komplizierter werden. Es ist aber der einzige Weg, der uns Wahrheit und Leben verspricht, weil es heißt, Christus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, zu folgen.
In diesem Sinn ist es gut, dass wir die ökumenische Vesperkirche haben, weil sie uns diesen Weg zur Wahrheit des Lebens zeigt. Beten und hoffen wir, dass wir den anderen solche Nächste werden, denn so kann in unserem Miteinander Gottes Reich erfahrbar werden.
Die Vesperkirche ist ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit derer, die sich vom Herrn in diese Nachfolge gerufen wissen, Gottes Reich der Liebe in dieser Welt sichtbar zu machen. Ich bin fest überzeugt, Pforzheim, unsere Gesellschaft, unsere Welt braucht dieses lebendige Zeugnis, das mit dem gemeinsamen Gebet, dem geistigen Ökumenismus beginnt. Denn wir zehren alle von der Gnade, die uns Gott, die uns Christus, die uns der Heilige Geist verleiht. Und auch hier gilt, was Papst Benedikt XVI. einmal mit dem schönen Bild zum Ausdruck gebracht hat, dass das ökumenische Schiff nie auf die hohe See aus-gefahren wäre, wenn es nicht von einer Gebetsströmung angetrieben gewesen wäre. Aus dieser mitreißenden Strömung der Gnade folgt die gemeinsame Tätigkeit, weil wir uns dazu gerufen wissen, den anderen Nächste zu sein.
„Vesperkirche will der wachsenden Armut in unserer Gesellschaft wirkungsvoll begegnen. Vesperkirche lädt dazu ein, miteinander zu teilen und füreinander da zu sein. Vesperkirche setzt ein Zeichen für die Würde eines jeden Menschen. Vesperkirche lindert in der kalten Jahreszeit vier Wochen lang die Sorge um das tägliche Brot.“ Es endet aber nicht dort, sondern hat auch Folgen für die Arbeit in der Gesellschaft, für eine gerechtere Gesellschaft. Wir dürfen dabei aber notgedrungen nicht nur auf unsere deutsche Gesellschaft blicken, sondern müssen unterschiedslos auch das Unglück, das Leiden der Menschen weltweit im Blick behalten. Das ist oftmals schwierig, weil die vermeintlich einfachen Lösungen so immer komplizierter werden. Es ist aber der einzige Weg, der uns Wahrheit und Leben verspricht, weil es heißt, Christus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, zu folgen.
In diesem Sinn ist es gut, dass wir die ökumenische Vesperkirche haben, weil sie uns diesen Weg zur Wahrheit des Lebens zeigt. Beten und hoffen wir, dass wir den anderen solche Nächste werden, denn so kann in unserem Miteinander Gottes Reich erfahrbar werden.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kirchenmusikdirektorin Heike Hastedt und dem Oratorienchor Pforzheim.
Dr. Peter Birkhofer, Weihbischof Erzbistum Freiburg - Frank Johannes Lemke, Vorstandsvorsitzender Ökumenische Vesperkirche Pforzheim e.V. - Martina Walter, Diakoniepfarrerin Pforzheim - Heide Reinhard, Prälatin für den Kirchenkreis Nordbaden – Evang. Landeskirche in Baden - Rudolf Mehl, Leitungsteam Ökumenische Vesperkirche Pforzheim - Tobias Gfell, Dekanatsreferent Kath. Kirche Pforzheim - Gaby Schulz, Leitungsteam Ökumenische Vesperkirche Pforzheim - Jürgen Droste, Leitungsteam Ökumenische Vesperkirche Pforzheim - Hans Gölz-Eisinger, Pfarrer Evang. Friedensgemeinde Pforzheim - Christiane Quincke, Dekanin Evang. Kirche Pforzheim
Nach dem Gottesdienst gab es dann natürlich Kaffee, eine kleine Stärkung und später das Mittagessen. Genauso wichtig, wie das Essen, ist die Möglichkeit zu Gesprächen und Begegnung.An den Tischen drehten sich viele Gespräche rund um 25 Jahre Vesperkirche: die große Freude darüber, dass es endlich wieder los geht. Aber auch die Sorgen, dass z.B. selbst der eine Euro für einen Tag Vesperkirche am Ende des Monats schwierig wird.
Auch ein Team des SWR war zur Eröffnung in der Vesperkirche und hat einen kurzen Radiobeitrag erstellt: Link zum SWR
Ein paar Tage später war BadenTV zu Besuch: Link zu BadenTV
Ein großer Dank geht an alle, die mit ihren Spenden oder ihrer Mitarbeit die Vesperkirche ermöglichen!





