Verabschiedung Sina Kaiser
- 31.01.2024 -
Am Sonntag wurde Pfarrerin Sina Kaiser verabschiedet. Nach 9 Jahren in der Sonnenhofgemeinde - Philippus-Gemeinde wird sie ab Februar eine Pfarrstelle in Mannheim übernehmen. Wir sagen Danke! und wünschen dir Gottes Segen für den Neuanfang in Mannheim.
Feli macht sich so ihre Gedanken, wie es Familie Kaiser in Mannheim wohl geht?
"Hier durfte ich predigen, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Natürlich gab es die eine oder andere Kritik und das ist gut und wichtig. Ich hätte das gar nicht anders gewollt. Wenn ehrlicher Austausch ausbleibt, sich Fronten verhärten und keiner dem anderen mehr ehrlich und respektvoll die Meinung sagen kann und will, dann entwickeln wir uns zu einer Gesellschaft, wo jeder in seiner Blase auf seiner verfestigten Meinung festhockt und wir sehen ja zu Teil schon wohin das führt.
Ich habe es immer sehr geschätzt, dass ich mich trauen konnte, hier schwierige Themen anzusprechen und in großer Freiheit zu predigen und immer zu wissen, ich werde geschätzt und geachtet. (...) Ich durfte es in meiner Zeit hier immer wieder erleben, wie viel Schönes entsteht, wenn Menschen sich einbringen. Ich habe das auf dem Sonnenhof, in Dillweißenstein und Büchenbronn erlebt. Ich wünsche euch, dass das weitergeht und ich bin unfassbar dankbar für alles, was ich hier erleben durfte, für die Unterstützung, für die Zusammenarbeit. Dafür dass ihr als Gemeinde Pforzheim zu meinem Zuhause gemacht habt."
"9 Jahre, liebe Sina! 9 Jahre, die du hier gelebt und gewirkt hast - mit einer immer größer werdenden Familie. 9 Jahre, in denen du die Entwicklung von der Sonnenhof-Sonnenberg-Gemeinde zur Philippusgemeinde und nun zu einer womöglich ganz neuen evangelischen Kirche in Pforzheim mitgemacht hast. 9 Jahre mit wechselnden Kollegen und Kolleginnen, neuen Ältesten, neuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. 9 Jahre voller Ideen - Kinder unterrichtet, gepredigt, bestattet, getauft, getraut, gesegnet. 9 Jahre Menschen begleitet, mit ihnen gelacht und geweint, getanzt und gewandert. 9 Jahre voller Leidenschaft und manchmal auch Erschöpfung, mit Auszeiten und Abschieden und Neuanfängen. 9 Jahre voller Lichtpunkte. Ja, Lichtpunkte - die hast du verstreut wie Konfetti. Lichtpunkte in die Herzen und Seelen der Menschen, denen du begegnet bist. Der helle Schein in deinem Herzen blieb nicht dort, sondern leuchtete förmlich heraus. (...) Die Menschen in all ihrer Verletzlichkeit lagen und liegen dir, liebe Sina, besonders am Herzen. Zumindest habe ich das aus all deinen Worten und Bildern und Beobachtungen so wahrgenommen. Du hast das Kleine, das scheinbar Unbedeutende gewürdigt und in das Licht Gottes gestellt. Du hast ein besonderes Ohr für die, die nicht weiter wissen, die sich bedeutungslos vorkommen oder deren Stimme so leise ist, dass andere sie überhören. Die Kinder der Grundschule liegen dir genauso am Herzen wie das Frauenhaus oder die Prädikanten und Prädikantinnen oder die trauernden Angehörigen auf einer Beerdigung. Und das alles mit erfrischender Direktheit und zugleich mit einer dir eigenen Demut: immer fragend, immer wieder hinhörend, ob du nicht doch was überhört haben könntest. Oder noch anders sagen könntest. Die Risse deines irdenen Gefäßes sind dir sehr bewusst. Und das ist gut so. Dein Licht leuchtet durch sie hindurch."



