23. Februar

- 26.02.2024 - 

Wir erinnern an
die Zerstörung Pforzheims, an die Todesopfer und das Leid der Überlebenden
die Millionen anderen Opfer dieses von Deutschland entfesselten Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
die Vorgeschichte dieser Ereignisse, die nationalsozialistische Diktatur und ihre Verbrechen und an alle Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungsideologie wurden
das Unrecht, das auch von Menschen und Einrichtungen in Pforzheim ausging, ebenso wie an den Mut all derer, die Widerstand geleistet haben

Wir erinnern, weil
die Betroffenen das Recht haben, ihrer Erinnerung und Trauer Raum zu geben
die Botschaften und wertvollen Erfahrungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an die nachkommenden Generationen unverzichtbar sind: ihre Friedenssehnsucht, ihre Hoffnung und ihre Kraft beim Wiederaufbau
wir aus dem historischen Geschehen die Verpflichtung zum Einsatz für Frieden, gegen Gewalt und Krieg ableiten
die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte uns die eigene Verantwortung für die Gestaltung einer menschenwürdigen, demokratischen und friedlichen Gesellschaft zeigt
Wir lehnen ab
den Missbrauch der Erinnerung zur Verharmlosung von Verbrechen der nationalsozialistischen deutschen Gesellschaft zwischen 1933 und 1945
die Instrumentalisierung der Opfer der Zerstörung Pforzheims zum Aufrechnen von Schuld
jede Form von Werbung für demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien, Haltungen und Aktionen, die sich der Erinnerung an die Zerstörung Pforzheims bedient
Revanchismus, Völkerverhetzung und Gewaltpropaganda
wenn Menschen aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer territorialen, ethnischen oder sozialen Zugehörigkeit, ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität wegen diskriminiert werden
Wir wollen
den 23. Februar zum Ausgangspunkt eines über den Tag hinausweisenden Lernens und Engagements für Frieden und Menschlichkeit machen
kritisch und selbstkritisch an die jahrzehntelange Erinnerungs- und Gedenktradition anknüpfen und neue Formen des Gedenkens entwickeln, in denen sich die Vielfalt unserer Gesellschaft abbildet
die friedliche Gemeinschaft mit den Völkern der ehemaligen Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner bewahren und weitere Annäherung fördern
ein friedliches Miteinander in Pforzheim, in Deutschland, in Europa und in der Welt
Zeichen setzen aus Pforzheim für die Welt, dass Friedensarbeit eine Verpflichtung für jeden Menschen sein muss
 
Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof
Gedenken mit Lichtermeer auf dem Marktplatz
 
Demonstration am Sonntag
Link zu YouTube: Redebeitrag Christiane Quincke, Rami Suliman, Georg Lichtenberger