CSD

- 13.06.2025 - 

Heute Abend um 17.00 Uhr wird auf dem Waisenhausplatz den queeren Opfer des Nationalsozialismus  gedacht – all jenen, die unter § 175 kriminalisiert, entrechtet, verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Für Lesben, trans* Menschen, Schwule und alle queeren Menschen, deren Existenz als „abweichend“ galt – und deshalb ausgelöscht werden sollte.
 
Morgen ab 12.00 Uhr wird der CSD Pforzheim stattfinden (Marktplatz vor dem Rathaus). Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden ist entsetzt über die Pläne von Rechtsextremisten (Deutscher Störtrupp), mit völkischen und diffamierenden Parolen in unmittelbarer Nähe des CSDs zu agitieren. Deshalb rufen wir - und viele andere aus der Stadtgesellschaft - dazu auf, morgen zum CSD zu kommen, damit wir mit unserer Anwesenheit ein deutliches Zeichen gegen Hass und Menschenfeindlichkeit setzen.

Das gesamte Statement vom 23.5.2025:
Statement der ACG Pforzheim zur Gefährdung des CSDs
 
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – seit 76 Jahren steht dieser Satz am Anfang unserer Verfassung. Er ist die Überschrift für das Leben in unserer Gesellschaft. Für uns Christen und Christinnen ist die Menschenwürde zentraler Bestandteil unseres Glaubens:
Wir sind fest davon überzeugt, dass jeder Mensch – unabhängig von Religion, Herkunft, sozialem Status oder sexueller Identität – von Gott geschaffen ist und von Gott geliebt wird. Wir stehen ein für Freiheit und Vielfalt und für die Rechte von Minderheiten.
 
Dieses Anliegen teilen wir mit dem CSD (Christopher Street Day), der für die Würde der queeren Menschen eintritt, die Vielfalt der Menschen in ihrer sexuellen Identität sichtbar machen will und für ihre Rechte auf die Straße geht. Wir unterstützen den CSD am 14.6. in Pforzheim und erklären uns mit dem CSD solidarisch.
Die evangelischen und katholischen Kirchen werden wieder mit einem Stand auf dem Marktplatz vertreten sein und die Menschen, die es wünschen, segnen.
 
Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden ist entsetzt über die Pläne von Rechtsextremisten (Deutscher Störtrupp), mit völkischen und diffamierenden Parolen in unmittelbarer Nähe des CSDs zu agitieren. Wie sind besorgt über die Gefahr, die von den Rechtsextremisten für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des CSDs ausgeht. Wir erwarten, dass die Stadt Pforzheim und die polizeilichen Behörden verhindern, dass es zu Bedrohung oder gar Gefährdung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen des CSDs während der Veranstaltung, sowie auf den Wegen vor und nach der Veranstaltung, kommt.

Darüber hinaus bitten wir dringend, ein Verbot der rechtsextremistischen Gegenveranstaltung anzustreben, weil der „Deutsche Störtrupp“ verfassungsfeindlich agiert und eine Gefahr für die Menschen dieser Stadt darstellt.
 
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – dafür stehen wir ein und bitten alle Christen und Christinnen, sich mit dem CSD solidarisch zu zeigen. Wir werden da sein und mit unserer Anwesenheit ein deutliches Zeichen gegen Hass und Menschenfeindlichkeit setzen.
 
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Christiane Quincke, Dekanin Evangelische Kirche Pforzheim
Georg Lichtenberger, Leitender Pfarrer Katholische Kirchengemeinde Pforzheim
 
Für den Vorstand der ACG:
Hans Martin Renno, Pastor Evangelisch-Methodistische Kirche
Susanne Bräutigam, Pfarrerin Evangelische Kirche
Tobias Gfell, Dekanatsreferent Katholische Kirche
Jutta Wiedmann, Schriftführerin Vorstand ACG