Segensfest

- 28.07.2025 - 

"Pforzheim ist ein Vorbild"

Unter dem Motto "Jede Menge Segen" feierte die Evangelische Kirche mit einem Segensfest die Staffelübergabe hin zu der neuen Struktur. 
Die Evangelische Kirche Pforzheim treibt ihre Transformation weiter voran. Am vergangenen Freitag wurde in einem kurzweiligen, sehr musikalischen Gottesdienst in der Stadtkirche den Ältestenkreisen der bisherigen Gemeinden gedankt. 

Die Gemeinden werden zum 01.09. aufgelöst. An deren Stelle treten die neuen Themenbereiche. Ab September werden die Teams "zusammen wachsen", "nachhause kommen", "leben feiern", "begegnung schaffen" und "glauben vertiefen" viele Angebote der evangelischen Kirche verantworten und entwickeln. 
Die Dienstgrupppen und Leitungsteams der Themenbereiche wurden von Dekanin Christiane Quincke, der stellvertretenden Dekanin Esther Philipps, Schuldekan Daniel Dettling, Pfarrerin i. R. Ruth Nakatenus und Landesjugendpfarrer Walter Boës verpflichtet und gesegnet. 

Quelle: ©Steffen Reinhold


"Wir tun das, weil wir nicht für uns selbst da sind, sondern für die Menschen. Für alle Menschen. Nicht nur für die Evangelischen oder die Hochverbundenen oder die, die uns sowieso toll finden. Nein, auch für die, die sich über uns ärgern und die, die gar nicht mit uns rechnen", sagte Dekanin Christiane Quincke in Ihrem Impuls im Gottesdienst. Den Menschen im Stadtgebiet und in den zugehörigen Standorten im Enzkreis soll durch die Angebote der fünf Teams die Möglichkeit gegeben werden, Kirche und Glaube in verschiedenen Formaten, an unterschiedlichen Orten und zu variierenden Uhrzeiten zu erleben. Damit sollen sich auch all diejenigen angesprochen fühlen, die bisher mit der Institution Kirche wenig anfangen konnten oder die nicht nur an einem Sonntagmorgen zu einem Gottesdienstformat kommen möchten. Aber auch die Menschen, die die bisherige Struktur mit Leben gefüllt haben, sollen ihren Platz finden. 

„Mir scheint das Besondere am Pforzheimer Weg konsequent nach denen zu fragen, die von Kirche etwas erwarten. Zu fragen, was die Menschen brauchen. Das Besondere ist der Versuch, das, was man den Menschen anbieten möchte, den Menschen so zu präsentieren, dass sie damit etwas anfangen können. Hier ist der Abschied der kirchlichen Erscheinungsform von der Ortgemeinde hin zu einer thematischen Orientierung das Besondere“, erklärte Kai Tröger-Methling, Leitender Direktor des Oberkirchenrates, seine Wahrnehmung des Prozesses. Nach dem Gottesdienst fand vor dem Haus der Evangelischen Kirche das Segensfest statt, bei dem die interessierten Besucher bei Speis und Trank, Information zu den Angeboten und Teams einholen und Interviews mit Prozessbeteiligten bzw. Prozessbeobachtern hören konnten.  
 "Ihr werdet Glauben gestalten, mitten im Leben, mitten in Pforzheim", sagte Schuldekan Daniel Dettling, zur Einführung der Dienstgruppen und den Leitungsteams gab er mit auf den Weg, sie sollen "Kirche mit Leben, Glauben und ein bisschen Improvisationstalent zu füllen". Dass dies auch in Zukunft weiter gefragt sein wird, darauf verwies Bürgermeister Frank Fillbrunn, der neben anderen Prozessbegleitern von Öffentlichkeitsreferentin Christiane Alice Rivoir, interviewt wurde: „Es wird zu Beginn nicht alles rund laufen. Daher ist eine gute Fehlerkultur wichtig. Ich kann nur dazu raten, aus den Fehlern zu lernen und alle anzuhören.“
 
Landesjugendpfarrer Walter Boës, der im Gottesdienst Stadtjugendreferent Sebastian Moog verpflichtet hatte, betonte die Wichtigkeit der Jugend: „Kirche ist eine andere, wenn Jugend dabei mitmacht. Sie wird für Jung und Alt anders. Mein Rat daher: Nehmt die Jugend mit, ladet sie ein, gebt ihr Raum zur Entfaltung. Gebt der Jugend Raum auch an Orten, von denen ihr euch gar nicht vorstellen könnt, dass sie passen.“ 
Als einen offenen Raum nahm Steffen Bauer, Workshop-Moderator und ehemaliger Direktor der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau, den Prozess zur Entwicklung der neuen Struktur der Evangelischen Kirche Pforzheim wahr: „Hier wurde Kirche von der Zukunft her gedacht. Pforzheim ist ein Vorbild! Viele Landeskirchen, die ich besuche, sprechen mich auf das Pforzheimer Modell an. Wenn alle Beteiligten weiterhin Kritik und Ängste annehmen, auf die Menschen zugehen, wird das auch so bleiben. Wichtig ist, alle Menschen mitzunehmen, damit alle eine neue Heimat finden.“
 
"wir sind eins" - unter diesem Motto startet die neue Organisationsstruktur der Evangelischen Kirche in Pforzheim im September.
 
Kleine Bildgalerie: