Stimmungvolle Verabschiedung der Dekaninstellvertreterin Esther Philipps
Nach ihrer Wahl zur neuen Dekanin im Kirchenbezirk Markgräflerland, ist Pfarrerin Esther Philipps, bisherige Dekaninstellvertreterin, mit einem Gottesdienst in der Auferstehungskirche verabschiedet und von ihren Aufgaben entpflichtet worden.
Im stimmungsvollen Gottesdienst der unter anderem von Dekanin Christiane Quincke und Kirchenmusikdirektorin Heike Hastedt mitgestaltet wurde, wurde deutlich, wie sehr Pfarrerin und Dekaninstellvertreterin Esther Philipps die Arbeit und den Wandel im Kirchenbezirk mitgeprägt hat. Bei der Segnung wirkten Dietrich Pilz, Vorsitzender der Stadtsynode, und der katholische Pfarrer Wolfgang Kribl, Esther Philipps Kollege in der Klinikseelsorge, mit.
Angelehnt an das Abendlied "Abend ward, bald kommt die Nacht", schlug Pfarrerin Esther Philipps einen Bogen von der eigenen Kindheit zur Arbeit in der Krankenhausseelsorge: Wie ein Lied, eine Kindheitserinnerung, Vertrautheit zwischen Fremden herstellen und die Gewissheit schaffen könne, dass jemand - Gott - im Schlaf über einen wacht. Sie berichtete, wie lebendig sie sich in den vergangenen Jahren bei ihrer Arbeit gefühlt habe und wie wichtig es sei, dass es Menschen gebe, die sich in die Zwischenräume wagten: Vom komplizierten Leben draußen hinein in die Welt des Krankenhauses, ans Krankenbett. "Ich habe viel gelernt von Pflegekräften, Ärztinnen, Reinigungskräften…, zupackende Fröhlichkeit, ein leises warmes Lächeln, klare Kommunikation – und auch, wie man handlungsfähig bleibt in Situationen, in denen nichts so ist, wie es sein soll", betonte Pfarrerin Esther Philipps. Sie ermutigte die Gemeinde "hineinzugehen in das Leben", auch die Zwischenräume aufzusuchen, anzunehmen und so sich selbst und das Leben zu spüren.
Dekanin Christiane Quincke erinnerte in ihrer Predigt daran, wie sie und Esther Philipps 2017 gemeinsam beim Bibelmarathon mitwirkten: "Wir sind zusammen früh morgens in der Barfüßerkirche gesessen und haben laut aus der Bibel vorgelesen." Damals waren es Texte aus dem Buch Nehemia, teilweise verstörend und schwere Kost, die Dekanin Christiane Quincke und Esther Philipps einander vorlasen - und doch ein Ausblick auf die kommenden gemeinsamen Jahre in der Erarbeitung der neuen Struktur: "Was ist unsere Identität als Kirche? Welchen Auftrag haben wir?" Die Dekanin beschrieb, wie Esther Philipps mit ihrem Nachdenken, ihrer Achtsamkeit und Feinfühligkeit die Kirchenleitung und den Prozess geprägt habe: "Wir waren so ein gutes Team, ein DreamTeam."
Auf den Bekenntnissatz, den sich die zukünftige Dekanin des Markgräferlands für ihre Verabschiedung ausgesucht hatte, ging Dekanin Quincke gesondert ein: "Die Freude an Gott ist eure Stärke", Nehemia 8, 10, aus eben diesem Buch, dass 2017 in der Barfüßerkirche keine so ganz einfachen Texte enthalten hatte. Und doch passe dieser Satz sehr gut: "Nehemia sagt dem jüdischen Volk: Eure Stärke ist nicht die zukünftige Mauer oder das Einhalten von Regeln, sondern dass ihr euch an Gott freut." Und weiter: "Die Freude an Gott ist auch deine Stärke, liebe Esther. Denn du vermittelst sie. Und sie ist bei dir, auch wenn du Pforzheim verlässt. Diese Stärke wird dich erfüllen im Markgräflerland - diese Stärke bringst du in dein neues Team. Mit all deiner Leichtigkeit, deiner Feinfühligkeit und Achtsamkeit. Aber auch mit deiner Vision und deinen guten und starken und leichten Worten."
Nach dem Gottesdienst hatte die Dekanin zu einem kleinen Empfang in das Foyer der Auferstehungskirche geladen, der vom Synodenvorsitzenden Dietrich Pilz moderiert wurde. Dabei erwarteten die künftige Dekanin des Markgräflerlands einige Überraschungen: die ökumenische Dienstgruppe der Krankenhausseelsorge mit Diakonin Ira Weinmann, Pfarrer Andreas Quincke, Pfarrer Wolfgang Kribl und Pastoralreferent Javier Sosa y Fink hatte das Lied "Gott, dein guter Segen, ist wie ein großes Zelt" umgedichtet und überreichte Esther Philipps eine hellbaue Decke. Sie dankten ihr damit für die Wärme, die die Pfarrerin mit ihrer Art und Arbeit stets verbreitet hatte. Die Decke steht zudem als Symbol für den wärmenden schützenden Segen Gottes, im Lied als "Mantelkleid" beschrieben.
Grußworte sprachen Annette Hofmann, Leiterin des Sozialdienstes im Helios Klinikum Pforzheim, für das Ethikkomitee, Javier Sosa y Fink, Pastoralreferent der kath. Krankenhausseelsorge Helios Klinikum, Andreas Quincke für den Vertrauensrat des badischen Konvents der Klinikseelsorgenden und Pfarrerin i. R. Ruth Nakatenus für den Konvent.
Die Geschäftsführerin der Evangelischen Kirchenverwaltung, Sabine Künstler, überreichte Esther Philipps einen Strauß Sonnenblumen - da viele der Sonnenblume zugeschriebenen Eigenschaften für die zukünftige Dekanin des Markgräflerlands stünden: Die Sonnenblume steht für Treue und Loyalität, beides Werte, die Esther Philipps extrem wichtig seien und die ihr Handeln bestimmten. Die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der Sonnenblume zeige sich darin, dass Pfarrerin Philipps immer wieder die Situation analysiert, ihre Überlegungen an diese Analyse anpasse und flexibel agiere. Die große gelbe Blume steht auch für innere Klarheit und Selbstreflexion: Esther Philipps habe immer wieder vorgelebt, wie sich alle Kolleg*innen reflektieren könnten und sich damit auch immer wieder Klarheit verschaffen könnten, betonte Sabine Künstler. "Die Sonnenblume steht für emotionale Wärme und Empathie - das ist Esther, das lebt Esther und so arbeitet Esther", machte die Geschäftsführerin der Evangelischen Kirchenverwaltung deutlich. Die Lebensfreude und positive Einstellung, die die Sonnenblume ausstrahle, sei die Basis von Esther Philipps Sein. "All diese Eigenschaften hat sie mit uns geteilt und sie uns auch geschenkt – wir haben das genossen, unendlich viel von ihr gelernt und werden sie sehr vermissen", sagte Sabine Künstler und ergänzte: "All diese Eigenschaften werden es ihr aber auch in dem neuen Amt erleichtern anzukommen und ihren Weg zu gehen, dafür wünschen wir von Herzen nur das Beste."
In ihren persönlichen und bewegenden Grußworten dankten alle Redner*innen Esther Philipps für ihr Wirken und ihre Kollegialität in 16 Jahren in Pforzheim. Vom Vorstand des Stadtkirchenrats, vertreten durch Sabine Künstler und Synodenvorsitzenden Dietrich Pilz, erhielt Esther Philipps eines der "Wir sind eins" T-Shirts. Damit unterstrich der Vorstand die Bedeutung der zukünftigen Dekanin des Markgräflerlands für die neue Struktur der Evangelischen Kirche in Pforzheim.